Tourismuswissenschaften

Obowhl bereits 1930 in Berlin die erste universitäre Lehre und Forschung im Fremdenverkehr stattfand, gilt die Tourismuswissenschaft in der deutschen Forschungslandschaft als unterrepräsentiert. Man ist sich in Fachkreisen immer noch nicht einig, ob man überhaupt von einer einzigen Tourismuswissenschaft oder von vielen verschiedenen Fachbereichen spricht, die zu einem Gesamtthema zusammengefasst werden, wie z.B. Geschichte, Soziologie und Geographie des Tourismus.

Die Tourismuswissenschaft soll als eigenständige und akademische Institution dargestellt werden, doch wie Sie sehen, fällt es schwer, da sie eine Reihe von unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen tangiert, die sich nur unter großem Aufwand ganzheitlich betrachten lassen. Um hier nur einige zu nennen: Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Geographie, Geschichtswissenschaft, Freizeitpädagogik, Ökologie, Verkehrswissenschaft, Psychologie, Informationswissenschaft, Bauingenieurswesen. Allein bei dieser sicherlich unvollständigen Aufstellung lässt sich erkennen, welche unterschiedlichen Gesichtspunkte bei der umfassenden Betrachtung der Tourismuswissenschaft in Erwägung gezogen werden müssen. Eine Institution, die diesem Anspruch gerecht zu werden gedenkt, wird ein breit gefächertes Repertoire an Forschungseinrichtungen vorweisen müssen.

Sind Sie Bereit, sich umfassend mit dieser Thematik auseinander zu setzen, können Sie tiefer in sie eindringen und werden lernen, die Tourismuswissenschaft in folgende Disziplinen zu unterteilen: Okönomie: Angebot und Nachfrage, Analyse des touristischen Angebots, Methoden von Marketing und Management. Soziologie: Beschreibung und Erklärung der gesellschaftlichen und kulturellen Erscheinungsformen des Tourismus, Entwurf von Reisemotiv Theorien. Psychologie: Reisemotive, Reiseentscheidungen, Reisezufriedenheit, Umweltwahrnehmung. Geographie: Bewertung von Landschaften, Erreichbarkeit, Quell- und Zielgebiete. Ökologie: Umweltbelastung durch den Tourismus, Umweltgestaltung durch Tourismus. Politikwissenschaft: Förderung des Tourismus, Schaffung der benötigten Infrastruktur für den Tourismus

Man ist sich einig, dass die Tourismuswissenschaft, wenn denn als Wissenschaft anerkannt, ganzheitlich, d.h. Multidisziplinär, betrachtet, werden muss. Auf gar keinen Fall darf es eine einseitige Erörterung von einzelnen Fachgebieten geben. Sie werden mir zustimmen, wenn ich behaupte, dass dies äußerst schwierig ist und jedes Mal Fallweise bearbeitet werden muss. Alle Aspekte des Tourismus unter einen Strich zu bringen ist eine Aufgabe, an der schon viele Wissenschaftler gescheitert sind. Bei der unzureichenden Behandlung nur eines Themengebietes, kommt das Gesamtbild der Tourismuswissenschaft ins Wanken und wird nur noch verwaschene Ergebnisse liefern können. Dies in Kauf zu nehmen ist eigentlich kein wissenschaftlicher Ansatz, doch leider in dieser Thematik nur allzu oft vönnöten.